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In dem kleinen Dorf Unterschneitbach bei Aichach wurde 1302 bayerische Landesgeschichte geschrieben. Die "Schnaitbacher Einung" ist ein wichtiger Meilenstein des Parlamentarismus in Bayern.


Unterschneitbach ist seit 1970 ein kleiner Stadtteil Aichachs und liegt ca. ein einhalb Kilometer südwestlich der Altstadt.

Dass hier am 2. Januar 1302 eine für ganz Bayern bis heute bedeutsame Urkunde des späteren Kaisers Ludwig des Bayern und seines Bruders Rudolf auf der Burg Unterschneitbach ausgestellt wurde, daran erinnert heute ein Denkmal aus zwei Steinstelen. Wenn man zwischen den beiden Säulen des Denkmals Richtung Paar hindurchschaut, blickt man zu dem Platz, an dem sich einst der Burghügel befand.

Hier trafen sich die beiden Herzogsbrüder Rudolf und Ludwig (der spätere "Kaiser Ludwig der Bayer") mit Vertretern des bayerischen Adels. Die Herzöge des Mittelalters waren keine unumschränkten Herrscher und mussten sich in einer angespannten Lage mit dem Adel einigen. Das Ergebnis der Verhandlungen wurde in der in Unterschneidbach unterzeichneten Urkunde festgehalten. In der "Schnaitbacher Einung" ließ sich der Landadel gegenüber den Herzögen das Recht des Zusammenschlusses, des Widerstands und der Steuerbewilligung bestätigen. Es war der Beginn des Parlamentarismus in Bayern.

Unterschneitbach

Die Ursprünge des Ortes Unterschneitbach liegen im Dunkeln. Erstmals erwähnt wurde Schneitbach um 1126. Schon früh befand sich das Dorf im Besitz der bayerischen Herzöge, die es immer wieder an Ministerialen verliehen. Von 1720 bis 1805 gehörte es zur Deutschordenskommende Blumenthal. Ab 1818 bildete Unterschneitbach eine selbstständige Gemeinde.

Mit seinen rund 25 alten Anwesen gehörte Unterschneitbach zu den kleineren Gemeinden und stand stets in engem Bezug zur nahe gelegenen Stadt Aichach. Zum Jahr 1970 ließ sich Unterschneitbach mit damals etwa 400 Einwohnern nach Aichach eingemeinden.

Während Unterschneitbach lange Zeit eine eigene Schule hatte, gehört der Ort kirchlich zur Stadtpfarrei Aichach. Die Filialkirche St. Emmeran mit ihrem wuchtigen Chorturm könnte im Zusammenhang mit der ehemaligen Burg entstanden sein.

Quelle und weitere Infos unter:

"Wiege der Wittelsbacher"

www.aichach.de

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